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Jury kürt
«Shitstorm» ist Wort des Jahres
Der Anglizismus «Shitstorm» wurde zum Wort des Jahres gekürt.
Von ari, zuletzt aktualisiert am 07.12.2012, 17:01

Zu den Dingen, die die Welt nicht braucht und dennoch liebt, gehört der Fakt, dass alljährlich ein Ausdruck zum Wort des Jahres gekürt wird. So auch jetzt geschehen. Eine Jury von Sprachwissenschaftlern und Wortakrobaten hat entschieden. «Shitstorm» gewinnt! Dabei handelt es sich um einen Begriff, der vor allem im Bereich von sozialen Netzwerken genutzt wird.

Es ist Fakt, dass Facebook, Twitter und Co. den Alltag des durchschnittlichen Schweizers beeinflussen. «Shitstorm» als Wort des Jahres zu küren, war folglich ein logischer Schritt, um auf den Social-Media Hype zu reagieren.

Aber was heisst «Shitstorm» denn wirklich? Wikipedia liefert eine Definition: «Shitstorm (chaotische, ungute Situation) bezeichnet im Deutschen das Auftreten eines Phänomens bei Diskussionen im Rahmen von sozialen Netzwerken, Blogs oder Kommentarfunktionen. Massenhafte öffentliche Entrüstung führt dazu, dass sachliche Kritik mit zahlreichen unsachlichen Beiträgen vermischt und eine sinnvolle Diskussion dadurch verhindert wird.» Kurz: Auf Social-Media-Plattformen sei eine sinnvolle Diskussion nicht möglich, da solch eine durch dumme Beiträge an Wert verliere. In den vergangenen Jahren dominierten vor allem Begriffe aus der Wirtschaft und der Politik, wie zum Beispiel «Ausschaffung» (2010) und «Euro-Rabatt» (2011).

Unwort, Jugendwort und Satz des Jahres

Zum Unwort des Jahres krönte die Jury das Wort «Bio». Die ursprüngliche Bedeutung des Ausdrucks ginge im Kampf um den Kunden durch den Missbrauch von Detailhändlern verloren (man sehe die Werbekampagne von Coop mit dem Song von Sons of Nature «I Love»).
«shaz» wählte die Jury zum Jugendwort des Jahres. Die Schweizerdeutsche Version von Schatz werde für die schnelle Kommunikation in Chats und Kurznachrichten abgekürzt.

Den Satz des Jahres verdanken wir dem Kapitän der verunglückten Costa Concordia Schettino. «Vada a bordo, cazzo» (Gehen Sie verdammt nochmal zurück an Bord) wurde ihm gesagt - und somit zum Satz des Jahres gekürt. Passt! Denn dieser widerspiegelt den heutigen Zeitgeist sehr adäquat: Ein Kapitän, der das Schiff verlässt und seine Leute im Stich lässt.

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