Wenn Facebook über Sexyness entscheidet

Facebook wendet sich einem neuen Phänomen zu.

Die Welt rund um Social Media wird zwar immer kreativer, driftet deswegen aber auch immer mehr ins Groteske: Der neuste Trend unter den Facebook-Like-Seiten richtet sich an die Optik der User. Diese werden unterschiedlich geführt: Die Schönen versuchen ihr Glück, indem sie ein Bild von sich selber dem Seitenbetreiber senden. Die weniger schönen Menschen werden unfreiwillig Opfer von boshaften Bildbeschreibungen und verletzenden Kommentaren des Facebook-Volkes.

Die «Zürcher Schönheite» und «Die schönsten Frauen im Internet»

Die Seite, die den Namen «Zürcher Schönheite» trägt, darf sich zurzeit über 9365 Likes freuen. «Hot Or Not», steht in der Beschreibung geschrieben. Wie's funktioniert: Jeder kann sein Foto per Nachricht den Administratoren zukommen lassen. Diese prüfen das Material und laden es hoch. Das Ganze wird von vier Teenagern geführt, die auch Fotos von sich selber hochladen.

Seit Mai dieses Jahres ist eine Seite im Umlauf, die den Namen «Die schönsten Frauen im Internet» trägt.  Mit 68 869 Likes gehört diese zu den grössten aus dem deutschsprachigen Raum stammenden Seiten. Die Betreiber laden meist anstössige Bilder hoch, die angeblich im Netz gefunden worden sind. Primär gibt es vor allem Brüste, Hintern und Frauen in Unterwäsche zu sehen.

Kein Engel ohne Teufel

Natürlich sind nicht alle Pages der Schönheit und Sexyness gewidmet. Die Seite «Zürcher Grässlichkeiten»  beschreibt sich selber mit den Worten «Hässlichkeit ist ein wertender Begriff für ein als abstossend angesehenes Merkmal, welches sich bei Personen auf Aussehen und Charakter bezieht.» Zu sehen sind angebliche Zürcher, die entweder korpulent sind oder gerade in einem sehr ungünstigen Moment fotografiert wurden. Das letzte Bild (siehe Diashow) trägt die Beschreibung «38% hinderem Mond am lebe, 62% Deutschland, 22. Sie isch so fett, sie verkauft ihre Schatte am Strand.»

«Zehn unglaublich hässliche Menschen» ist eine weitere Form für diese Art von Onlinemobbing. Die Seite kommt nicht vereinzelt vor – es gibt auch leicht veränderte Konzepte, wie zum Beispiel «Die 20 hässlichsten Fussballer der Welt» oder «Die 10 hässlichsten Tiere der Welt».  Damit man die Bilder aber erst überhaupt sehen kann, muss man die Seiten liken.


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