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Call Me Maybe
15 Männer in zwei Stunden
Redaktorin Anne-Sophie hat sich todesmutig dem Konzept Speed-Dating gestellt.
Von , zuletzt aktualisiert am 17.07.2012, 13:45 Google+

Nirgends wird die Relativität von Zeit besser dargestellt, als beim Speed-Dating. Ort der Erkenntnis: Die Kuppellounge, die letzten Donnerstag zum ersten Mal in der Taylors Hair Lounge im Zürcher Niederdörfli organisiert wurde.

Bring It On

Kleiderwahl, schwierig. Also schmeisse ich mich in ein Seidenkleid, ziehe meine neuen Wildleder-Ballerinas an und montiere ein kleines Haarband, das ein bisschen an ein Diadem erinnert. Natürlich komme ich zehn Minuten zu spät. Der Abend startet mit Cüpli trinken – zum Auflockern. Da ich dessen nicht unbedingt abgeneigt bin, schnappe ich mir zwei Gläser.

Wir erhalten zwei Listen mit den 15 Romeos. Auf der ersten können wir Notizen machen. Bei der zweiten, die abgegeben wird, müssen wir uns zwischen «Ja» und «Nein» entscheiden. Nicht so schwer, wie sich später herausstellen wird. Um acht Uhr gehts los. 15 Typen, je vier Minuten Zeit. Die Frauen erhalten ein fixes Plätzchen, die Männer wechseln. Ich bin ein bisschen nervös und hole mir Kumpel Gin Tonic mit an Bord.

Gruppenreden

Berufskrankheitshalber durchbohre ich meine Kandidaten. Dann muss ich von mir erzählen. Ich sage, dass ich Redaktorin bin, gerne Ballett tanze, so oft wie möglich nach Paris reise, seit einem Jahr in Zürich wohne und «The Virgin Suicides» mein Lieblingsfilm ist. Dabei klinge ich dermassen klischeehaft, dass ich mich an diese Anti-Raucher-Kampagne («Er isch 16ni, er raucht nöd, er isch mega!») erinnere. Dass ich über zehn Jahre jünger bin, als alle anwesenden Männer, finden die meisten geil und ein paar unpassend.

Unterhaltsam sind alle Gespräche. Die meisten Banker protzen, einer fängt schon beim ersten Satz mit baggern an. Ich trinke fröhlich weiter. Ein Nervtöter findet es lustig, mich nach der vierten Kommastelle von Pi und dem Satz des Pythagoras zu befragen. Ich weiss beides, ha! Der nächste Kandidat tut mir auch leid. Er erinnert mich ein bisschen an «Schwiegertochter gesucht»-Kandidaten. «Scho nätt u so, aber ender weniger», würde Baze sagen. Später finde ich heraus, dass ihm ein paar Frauen ein Mitleids-«Ja» gegeben haben. Apropos Kreuzchen: Ich habe am Ende des Abends deren zwei verteilt. «Ja 1» sieht gut aus und «Ja 2» hat einen sexy englischen Akzent.

Und dann ein Kuss

Nachdem wir unsere Listen abgegeben haben, fängt die Party so richtig an. Wir Frauen analysieren gackernd unsere Resultate. Offenbar ist «Ja 2» nicht nur bei mir auf der Wunschliste. Ich steuere ihn an und er findet, es habe zu viele Leute hier. Also laufen wir zum See und haben dort unser erstes Gespräch unter vier Augen. Als wir zurückkommen, werde ich angezickt. «Hat man sich schon den Single des Tages geschnappt?», fragt mich eine Nebenbuhlerin in seltsamen Tonfall.  Ich schaue sie emotionslos an und frage, ob sie ein Problem damit hätte. Die anderen Frauen sind lockerer drauf. Mit ihnen und zwei männlichen Kandidaten, unter anderen dem «Single des Tages», lande ich bis morgens um zwei Uhr in einer Bar. Der Abend endet mit einem Gutenachtkuss von «Ja 2» vor meiner Türe und ich fühle mich ziemlich erfolgreich.

Zahltag

Am nächsten Tag erhalte ich die Resultate. Bei meinem ersten Kandidaten hatte ich keine Übereinstimmung. Beim Gutenachtkuss-Typen aber auch nicht. Was ich dabei gelernt habe? Dass man einen Typen easy während einem Abend umhauen kann. Wenn man aber nur vier Minuten Zeit hat, ist es pure Lotterie. Viel Spass macht es allemal.


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