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Ist Nas' «Life is Good» wirklich good?
Am 13. Juli erschien das neue Album von Rap-Legende Nas. «Life Is Good» besticht vor allem durch 90er Sound, wie man ihn von Nas kennt. Ein Resümee.
Von , zuletzt aktualisiert am 13.07.2012, 16:27 Google+

Nur eine Handvoll Künstler kann von sich behaupten, bereits zehn Alben auf dem Buckel zu haben. Seit Freitag, dem 13. Juli, kann sich nun auch Nas zu diesen wenigen Künstlern zählen: «Live Is Good» erscheint nach zwei Jahren Abstinenz und erzählt von 18 Jahren Rap, Struggle und der stetigen Liebe zu Mitmenschen.

Nas wie eh und je

Wer mit Nas' Sound aufgewachsen ist, wird sich bei den 14 neuen Tracks sehr schnell wohl fühlen. In alter Manier begeisterst Nasir Jones, wie Nas bürgerlich heisst, mit ausgeklügeltem Wortschatz, welchen sich andere Rapper nicht im Traum aneignen könnten. Zusätzlich und wie immer sitzen Nas' Flows. Der 39-Jährige bleibt seiner Schiene treu und bedient sich lediglich an Beats, welche stark an die 90er-Jahre erinnern. Einzig ein DJ Premier Beat fehlt auf dem Album. Dies begründete der Musiker damit, dass Premier zu beschäftigt sei. In Zukunft sei eine Kollaboration mit dem Produzenten-Giganten jedoch nicht ausgeschlossen, aber man müsse die Zeit für die Zusammenarbeit finden. Für «Life Is Good» habe es schlicht nicht gereicht. Dafür sind alte Bekannte wie Salaam Remi, J.U.S.T.I.C.E. League und No I.D. vertreten, welche der Platte den nötigen und beabsichtigten Golden-Era Touch verleihen.

Die Songs

Auf dem Albumcover ist ein nachdenklicher Nas mit dem Brautkleid seiner Ex-Frau Kelis zu sehen. Nachdem es zu komplizierten Streitereien wegen Aliment-Zahlungen zwischen den beiden gekommen war, widmet Nas erstaunlich oft Passagen aus dem Album der Mutter seines Sohnes. Auch auf das Erwachsenwerden seiner Tochter nimmt Nas Bezug. Im Song «Daughters» spricht Nas aus, was ihn offensichtlich lange Jahre beschäftigt hat: «Wenn der Mann meiner Tochter ein Gangster ist, ich kann's ihnen nicht übel nehmen, ich werde ihn lieben». Dies begründet er damit, dass er seine Tochter nach dem Werdegang ihres Vaters verstehen kann, sollte sie sich in einen ähnlichen Typen verlieben.
Das wohl letzte Featuring der verstorbenen Amy Winehouse befindet sich ebenfalls auf «Life Is Good»-Platte. Darin wird die ewige Suche nach dem seelenverwandten Lebenspartner thematisiert, auf welcher sich Nas noch immer befindet. Dass er nebenbei von Groupies und «Bad Bitches» Gebrauch macht, lässt er dabei nicht aus.
Das Konzept des Albums ist nichts Neues: Der ewige Hustle auf der Strasse vom Drogendealer zum Rapstar. Die guten alten Hip-Hop Zeiten der 90er, als sich alles noch um Musik drehte und nicht um das Tra-Ra drumherum und die zu beschützenden Geliebten um einem herum.

Fazit

Nas erfindet das Rad nicht neu. Er macht es aber mit einer Souveränität, die für ihn selbstverständlich scheinen mag, aber in der heutigen Zeit musikalisch gesehen eine Rarität darstellt. Einzig «Summer On Smash» mit Swizz Beats tanzt völlig aus der Reihe und soll wohl den heutzutage nötigen «Banger» auf dem Album darstellen. Das hat Nasir Jones aber in keinster Weise nötig. Im Gegenteil. Sonst macht das Album «Life Is Good» grossen Spass zum zuhören. Für alte Nas Fans sowieso.

20 Minuten durfte in Zusammenarbeit mit tilllate.com am Openair Frauenfeld ein exklusives Interview mit Nas führen. Nachlesen kann man das Interview hier.
 


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