Manillio und der «Seeledoc»

Manillio arbeitet an einem neuen Album und feiert auf tilllate seine Videopremiere.

Dicke Schneedecken bedecken die karge Landschaft in Kreuzlingen. Gleich an der Grenze zu Deutschland trifft tilllate.com die einstige Schweizer-Rap-Nachwuchs-Hoffnung Manillio, die vor vielen Jahren durch einen Wettbewerb von Stress' Gruppe Double Pact die Aufmerksamkeit der urbanen Bevölkerung im Alpenland erregte. Seither ist viel Zeit vergangen und Manillio ist erwachsen geworden.

Im Studio mit Sir Jai, dem DJ von Kool Savas

Als man auf dem letzten Album «Jede Tag Superstar» die Frische und den Hunger des damals 22-jährigen Manillio hörte, war sich der grösste Teil der Rapgemeinde sicher: Da kommt etwas neues, etwas aufregendes. Die Schweizer Rapwelt wird sich verändern. Nach dem Album kam jedoch nichts mehr. Zwar war Manillio auf den EFM-Mixtapes vom Berner Tommy Vercetti und seiner Entourage vertreten, doch solo erhoffte man sich doch viel eher etwas vom jungen Solothurner. Mittlerweile sind drei Jahre vergangen und Manillio überraschte aus dem Nichts mit der gratis downloadbaren EP «Ohni». Grund genug für tilllat.com, um den Rapper im Studio von Kool Savas' DJ Sir Jai zu treffen und über kommende Projekte zu sprechen.

Neues Album im Frühling

«Mein letztes Album hörte sich für meinen Geschmack ein wenig zusammengewürfelt an. Die Musik ging in alle Richtungen», erzählt der Rapper, während Sir Jai im Hintergrund an Beats herumschraubt, «das wollte ich bei meinem nächsten Projekt vermeiden und deshalb habe ich auch so viel Zeit gebraucht. Momentan arbeite ich auch nicht noch zusätzlich, so kann ich mich konzentrieren und das Ding fertigstellen.» Tatsächlich soll im Frühjahr 2013 ein neues Album von Manillio erscheinen. Es sei auch schon praktisch im Kasten; man sei am Feinschliff: «Ich wollte dass ein roter Faden durch das Album führt, dass es soundmässig rund klingt und ich glaube, das ist mir gelungen.» Das Album sei ruhig, «moody». Was nicht draufgepasst habe, sei in der EP untergekommen. Features wolle er keine, Produzenten nur wenige: «Mit weniger Produzenten zu arbeiten, ist ein einfacher Schritt in Richtung eines eigenen, definierten Sounds. Darauf lege ich Wert.»

«Ich weiss, dass ich kein Geld verdienen werde»

Für seine EP «Ohni» hat Manillio gleich mehrere Videos aufgenommen, von denen jetzt eins exklusiv auf tilllate.com Premiere feiert. «Seeledoc» hat es zwar nicht aufs Album geschafft, dürfte aber ein guter Vorgeschmack sein. Bis dahin arbeitet Manillio mit Sir Jai am letzten Schliff für das Album. Reich wird er davon nicht. «Ich denke, dass es nicht allzu schlecht ist, dass macht man mit Mundartrap nicht wahnsinnig viel Kohle verdient. Dadurch sind die Leute, die wirklich was machen, auch mit Leidenschaft dabei», sagt Manillio. Vielleicht ist die Rap-Hoffnung der Schweiz doch nicht gestorben. Vielleicht braucht sie nur noch einen Winterschlaf mehr.

Die exklusive Videopremiere von «Seeledoc» hier:


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