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Ab in die Oper!
Die Klassik reagiert auf die Jugend
Das Durchschnittsalter Ü50 soll sich mit Club Jung und Co. ändern.
Von , zuletzt aktualisiert am 30.11.2012, 11:59 Google+

Konservative Musik, dicke Sängerinnen und als Highlight Ballett: «Alles Vorurteile!», erklärt Christian Holst, Marketing-Manager des Opernhaus Zürich, gegenüber tilllate.com. Denn das Opernhaus passt sich immer mehr der modernen Welt an. Seit vergangenem September gibt es den Club Jung: «Die Idee ist, junge Leute an die Oper und an das Ballett heranzuführen, indem wir ihnen Einblicke in den Backstage-Bereich ermöglichen und sie  Künstlerinnen des Opernhauses  bei der Probenarbeit zuschauen und sich anschliessend im lockeren Gespräch mit ihnen unterhalten können», so Roger Lämmli, Leiter Musiktheaterpädagogik an der Oper. 20 Franken kostet die einmalige Anmeldegebühr; Tickets für ausgewählte Vorstellungen können ebenfalls für 20 Franken erstattet werden. Die Mitgliedschaft beinhaltet ebenfalls gratis Workshops, Besuche von Proben und Treffen mit Künstlern.

Doch, funktioniert das Konzept?

Kinos haben schon lange auf die Oper reagiert und übertragen Live-Streams auf der Leinwand direkt vom Broadway in New York. Warum also noch in die Oper gehen? Schliesslich wären Vorstellungen bei Popcorn und Jeanshose wohl gemütlicher. Lämmli meint gelassen: «Wir haben keinen Dresscode. Aber ich sage den Teenager immer, dass es ein spezieller Anlass ist und viele Leute bereit sind, sehr viel Geld dafür zu bezahlen. Viele Teenies geniessen es sogar, ihre verstaubten Anzüge und Abendkleider aus dem Schrank zu holen und einen Abend lang in einer Welt zu leben, in welcher die Männer den Frauen immer noch die Türe öffnen.»

Viel Aktuelles in der Klassik

Wer glaube, dass Operngeschichten veraltet seien, liege falsch: «Fluch der Karibik zum Beispiel basiert auf dem fliegenden Holländer - man muss die Verbindung zwischen 'alt' und 'neu' schaffen, damit die jungen Leute die Oper verstehen und ihre Vorurteile beiseite räumen», so Holst. Ausserdem würden sich ein Rapper, welcher für seine Rhymes lebt, und ein Opernsänger, welcher für seine Arien lebt, auf Anhieb gut verstehen.

«Derzeit liegt das Durchschnittsalter in der Tonhalle bei 60 Jahren»

Auch die Tonhalle wirkte dem aufkommenden Interesse der Jugendlichen entgegen, klassische Konzerte und Veranstaltungen zu besuchen. Mit einem jährlichen Mitgliederbeitrag von 25 Franken kann man Mitglied des Tonhalle-Orchester Zürich Zukunft (TOZZ) werden und von diversen Vergünstigungen und Angeboten profitieren. Mitglieder erhalten Freikarten sowie ermässigte Preise für Konzerteintritte, können kostenlos an den Generalproben des Orchesters teilnehmen und werden zu exklusiven Veranstaltungen des TOZZ eingeladen. Anders als die Oper-Macher vertritt der TOZZ-Leiter Sebastian Brunner eine etwas andere Meinung: « «Derzeit liegt das Durchschnittsalter des Klassik-Publikums ungefähr bei 60 Jahren, Tendenz steigend. Es ist also an der Zeit, dass wir jungen Leute die klassischen Konzerthäuser zurückerobern! Das Interesse besteht, aber viele haben Angst vor dem verstaubten Konzertbetrieb. Sei es weil man nicht weiss, wann man klatschen, oder was man anziehen soll. Anzug und Abendkleid sind aber von Gestern. Und sowieso geht es in erster Linie um die Freude an der Musik» Die erste TOZZ-Veranstaltung wird diesen Freitag stattfinden. Mit vorgängigem Aprèro, welcher um 18:00 Uhr beginnen wird und nachgängiger Bar-Tour. Die Musiker werden beim Apèro sowie bei der Bar-Tour anwesend sein. 


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