Die Geister, die er rief: Nach seiner öffentlichen Homo-Attacke vom Montag (tilllate.com berichtete) war die Medienaufmerksamkeit für Rapper Ensy gross - und wenig schmeichelhaft. Wo das Uslender-Productions-Mitglied am Dienstag aber noch grosse Töne spuckte («leckt meine Eier») folgte am Mittwoch die Einsicht: «Ich bin erst 22 Jahre alt, bei solchen Sachen fällt es mir noch schwer, cool zu bleiben», rechtfertigt sich der Rapper gegenüber tilllate.com. Eine Facebook-Konversation mit SP-Gemeinderat Alan Sangines öffnete ihm die Augen. Sangines nahm kurz zuvor auf seinem Blog zum Schwulen-Angriff Stellung. «Ich werde mit ihm in nächster Zeit ein öffentliches Gespräch führen», kündigt Ensy an.
Entschuldigung auf Facebook
«Aus Fehlern lernt man», schrieb der Rapper schliesslich auf seiner Facebook-Wall. «Ich möchte mich ausdrücklich und in aller Form bei allen Leuten, die sich durch meinen Post beleidigt fühlen, entschuldigen. Meine Einstellung zu Homosexuellen ist eher kritisch, nichts desto trotz ist meine Wortwahl im vorgestrigen Facebook-Beitrag unverzeihlich.» Er sei gegen jegliche Form von Diskriminierung und distanziere sich hiermit explizit von den radikalen Aussagen und Beleidigungen.
SP-Gemeinderat Alan Sangines ist mit der positiven Wendung der Diskussion zufrieden: «Ensy hat eingesehen, was für Auswirkungen so einen Post haben kann. Fehler einzugestehen braucht Grösse», so der 26-Jährige gegenüber tilllate.com. Dass die Thematik öffentlich diskutiert wird, finde er wichtig: «In der vermeintlich toleranten Schweiz ist Homophobie noch immer ein grosses Thema.»

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