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CH-Openair-Firma verarscht Gäste
250 000 Leute wurden am portugiesischem Kazantip-Festival erwartet. Doch dieses fand nicht statt - stattdessen gab's Blutegel und kein Trinkwasser.
Von , zuletzt aktualisiert am 25.07.2012, 14:03 Google+

Das «Kazantip Portugal Festival», welches am 20. Juli in Grand Lake seine Tore öffnete, sorgt für den wohl grössten internationalen Festivalskandal des Sommers. Vom 20. Juli bis zum 25. August hätte der portugiesische Ableger des ukrainischen Kult-Festivals fast eine Viertelmillion Leute anlocken sollen. Doch die angereisten Gäste fanden bloss eine Baustelle vor. Am Montagabend wurde das Festival dann offiziell abgesagt. Laut einer Mitteilung auf der Homepage hätten die Veranstalter die Bewilligung zum Verkauf von Tickets und Essen nicht erhalten. Lokale Behörden hätten dann den definitiven Abbruch erwirkt.

«Primitive Schwindler»


Hauptschuld für das Organisations-Desaster trägt allerdings eine Schweizer Firma. Hinter dem Event steckt nämlich die in Baar ansässige Firma Kazantip GmbH. Zur Organisation des Festivals wurde ein Unternehmen in Portugal beigezogen. Diese Angaben sind auf der Homepage mittlerweile nicht mehr ersichtlich. Zwischen der Kazantip GmbH und dem Veranstalter des ukrainischen Originals herrscht seit rund zwei Jahren eine Fehde:

Das «Original-Kazantip» auf der Krim findet dieses Jahr zum mittlerweile 20. Mal statt. Gründer Nikita Marschunok wetterte auf der Seite des Festivals: «Wieso sehen die Fotos, die man bei kаzantip.com findet, so ähnlich wie unsere aus? (...) Die haben doch keine eigenen Fotos. Das Einzige, was sie haben, ist ein starker Drang, euch so schnell wie möglich ihre Reisen und Eintrittstickets zu verkaufen. Es sind primitive Schwindler.» Pikant: Der Veranstalter von Portugal war einst als Tour Operator für das ukrainische Kazantip unterwegs.

«Der schlimmste Horror ihres Lebens»

In einem Blogeintrag auf space-sound-radio.e-monsite.com werden die katastrophalen Umstände vor Ort mit folgenden Worten beschrieben: «Die DJs und Kunden erlebten den schlimmsten Horror ihres Lebens! Es gab kein Essen, kein Trinkwasser und im schlammigen See wimmelte es von Blutegeln. Ausserdem sei die Dekoration äusserst fahrlässig installiert worden. Des Weiteren sei der Organisator vom Festivalgelände geflohen. Eine Stellungnahme der Kazantip GmbH (mit Sitz in der Schweiz) war bis gestern nicht möglich, auf die Anrufe von tilllate.com folgte lediglich die Antwort einer portugiesischen Combox.

Unter den Teppich gekehrt

Der Basler Benno Leuenberger alias DJ Sin Gin Smythe war ebenfalls gebucht und wollte Anfang diese Woche abreisen. Vor dem Abflug entdeckte er die Absage des Events auf der Homepage; erst später wurde er von offizieller Stelle informiert. «Auf Mails wurde gar nicht reagiert, über die Artist Info Line erreicht man ebenfalls nur die portugiesische Voice-Mail», so der DJ empört.

Die Bilder der Aufbau-Arbeiten im Mai sind vom Web verschwunden, die Facebook-Page des Festivals ist nicht mehr abrufbar. Was mit den Karten passiert, die vor dem Verbot gekauft wurden, ist unklar. Auf der Seite des Festivals ist eine Email-Adresse angegeben. Doch auch diese Mails bleiben unbeanwortet. Was zurückbleibt sind enttäuschte Besucher, wütende DJs - und viele offene Fragen.

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