VALE TUDO, Rohstofflager, Zürich (Fr 20.2.2009)
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Event-Details
| Location | Rohstofflager, Zürich Karte anzeigen Karte ausblenden |
| Datum | Fr 20.2.2009 |
| Zeit | 19:00 Uhr |
| Alterslimite | 18 |
| Beschreibung |
Max Cavalera – vocals & guitar
Marc Rizzo - guitar
Bobby Burns - bass
Joe Nunez – drums
Der “Soulfly Tribe” betritt erneut den Kriegspfad.
Mit Conquer, ihrem sechsten Album für Roadrunner Records, schaffen Soulfly das
musikalische Äquivalent zu...
Max Cavalera – vocals & guitar
Marc Rizzo - guitar
Bobby Burns - bass
Joe Nunez – drums
Der “Soulfly Tribe” betritt erneut den Kriegspfad.
Mit Conquer, ihrem sechsten Album für Roadrunner Records, schaffen Soulfly das
musikalische Äquivalent zu Hollywood-Klassikern wie Braveheart. Die Songs tragen
genau wie die Krieger in der Leinwand-Vorlage den ungezügelten Zorn des
Schlachtfeldes in sich - und was im Film Schwert und Morgenstern, sind auf Conquer
brachiale Thrash-Gitarren, ansteckende Polyrhythmik und Max Cavaleras
unverwechselbare Schlachtrufe. So hoch die Latte bisher auch gehängt wurde -
Soulfly sind im Begriff, ihr härtestes und Metal-lastigstes Album überhaupt
vorzulegen.
Das Arsenal im Schützengraben: MGs, die einen Bleiteppich aus präzisem Speed Metal
spucken. Langsam schwelender Doom, der sich wie Giftgas ausbreitet. Mark Rizzos
Leadgitarren, die mit der Gewalt eines Schrapnells Wunden in die Gehörgänge
reißen. Soulfly erschaffen einmal mehr Kriegsmusik für die globale
Stammesgesellschaft - der perfekte Sound für kontrollierten Aggressionsabbau im
Alltag.
Das Oberkommando über dieses martialische Spektakel hat mit Max Cavalera jemand,
der wild gewordene Horden zu dirigieren weiß. Als lebende Legende der ultraharten
Klänge steht Cavalera mitten im Auge des Sturms und führt den Tribe mit jeder
Textzeile und jedem Riff in die harte Schlacht des (Über-)Lebens.
Seit ihrem in den USA vergoldeten Debüt aus dem Jahr 1997 bestehen Soulfly als
einer der härtesten Acts des Metal-Genre. Und seit der Minute, da Max Cavalera
seinen schicksalsträchtigen Abschied von Sepultura nahm, sind Soulfly überaus
produktiv. Dem längst zum Kult gewordenen Debüt folgten vier allseits respektierte
Alben und zahllose Welttourneen. Im Jahr 2008 schließlich knüpfte Max Cavalera
alte Familienbande mit seinem Bruder Iggor und machte unter dem Banner Cavalera
Conspiracy und mit dem Album Inflikted von sich reden. Parallel zu dieser allseits
gefeierten Cavalera-Reunion entstand auch Conquer.
Produziert von Max Cavalera und gemischt von Andy Sneap (Machine Head, Arch Enemy),
öffnet das Album eine Spirale akustischer Gewalt ohne störende Kursabweichungen.
Teamarbeit klingt anders, denn mit Conquer wollte Max mehr als je zuvor seinen
eigenen Kopf durchsetzen. Cavalera erklärt: „Nach Cavalera Conspiracy war es
wieder Zeit für ein kompromissloses Statement. Bei Soulfly kann ich zu 100% ich
selbst sein und das Album ist exakt so geworden, wie ich es haben wollte.“ Max’
ohrenbetäubende Zornesausbrüche färben Songs wie „Enemy Ghost“ und
„Rough“ blutrot und machen keine Gefangenen. Max: „Dieses Album ist bei weitem
das Angriffslustigste, was wir je angepackt haben. Die Vibes erinnern mich an Filme
wie Gladiator oder 300. Es ist wie von einem anderen Planeten“, grinst Max und
kann damit nur den Kriegsgott Mars meinen.
Der Soundsturm beginnt ohne große Umschweife mit „Blood Fire War Hate“, das
exakt so klingt wie sein Titel es verspricht. „Ich hatte mal wieder Lust, ein
Soulfly-Album mit einem sehr schnellen Song zu beginnen“, erzählt Max, „nachdem
sonst immer ein Midtempo-Track den Anfang gemacht hat. Der Song hat etwas von
„Beneath The Remains“ und einen der besten Hooks unserer Bandgeschichte zu
bieten. Wenn ich mir die ausrastende Festival-Meute dazu vorstelle, bricht wirklich
so etwas wie ein Metal-Krieg aus“, freut sich Max diebisch. Schließen wird
Conquer in bester Soulfly-Tradition mit einem Instrumental, das konsequenterweise
„Soulfly VI“ betitelt ist.
Sämtliche frühere Soulfly-Alben warteten mit prominenten Studiogästen auf,
darunter Chino Moreno von den Deftones, Slipknots Corey Taylor oder Sean Lennon. Im
Geiste dieser Freundschaftsdienste unter Musikern sind auf Conquer David Vincent von
den legendären Morbid Angel (auf „Blood Fire War Hate“) und Throwdowns Dave
Peters (auf „Unleash“) zu hören.
„Dave Vincent ist ein absolut kompromissloser Sänger, der diese natürliche
Aggressivität ausstrahlt“, so Max. „Es war ein echter Trip, mit ihm
zusammenzuarbeiten.“ Zusammen mit Dave Peters hat Max Cavalera einen Chrous
eingebrüllt, der an einen der charismatischsten Fronter der Metal-Geschichte
erinnert: „’Unleash’ ist näher an Phil Anselmos Gesangsstil als alles, was
ich je gemacht habe. Auch hier endet der Songs sehr schnell - mein Lieblingsmoment
auf Conquer“, so Max.
Längst hat Max sich einen guten Ruf als musikalischer Globetrotter verdient, denn
die meisten Soulfly-Alben wurden durch Reisen in fremde musikalische Kulturen
inspiriert. Für Conquer jedoch genügte Cavalera ein einziger Trip nach Ägypten:
„Ich vermische sehr gerne musikalische Stile. Bei Sepultura haben wir
brasilianische Elemente integriert, die frühen Soulfly-Alben wurden durch
osteuropäische Klänge beeinflusst. Vieles auf Conquer ist in Ägypten entstanden.
Wir haben dort die ‚Stadt der Toten’ besuchen dürfen, in der die Menschen nahe
bei ihren Verstorbenen leben. Das war sehr archaisch und wild, selbst für jemanden
wie mich.“
Das Tribal-Outtro von “For Those About to Rot” wurde auf exakt dieser Reise
direkt am Nil aufgenommen: “Es gab da am Fluss diese Zigeuner-Band, die
unglaubliche Musik spielte. Ich hatte wie immer mein Aufnahmegerät dabei und
später entstand ein sehr intensiver Zwischenteil aus dieser Momentaufnahme. Ich
jage Sounds viel lieber auf diese Weise, statt sie aus irgendwelchen Soundlibraries
im Internet zu ziehen.“
Auch visuell verfolgt Max das Ziel eines bizarren Gesamtkunstwerks. Nachdem frühere
Albumcover oft durch Filme oder andere äußere Einflüsse inspiriert wurden, nährt
sich Conquer aus sich selbst: „Der erste Entwurf des Künstlers zeigte einen echt
krassen Kerl mit sechs Armen und sechs Waffen darin. Jede Waffe steht für eines
unserer Alben. Der Begriff ‚Conquer’ schoss mir durch den Kopf und blieb
stecken. Ich habe mich sofort für dieses Artwork entschieden“, erinnert sich Max.
Klar ist auch: kein Krieg entflammt ohne guten Grund. Hinter all der martialischen
Bilderwelt liegt laut Max eine echte spirituelle Botschaft, die jeder für sich
selbst deuten möge. „Ich will nicht die Welt erobern oder Völker unterwerfen“,
so Max. „Vielmehr geht es mir um den Sieg über die Angst. Wer seine Furcht
überwindet, erobert das Leben und den Tod zugleich. Wirklich frei ist nur der, der
seine Furcht besiegt hat.“
Kriegsziele, für die es sich zu kämpfen lohnt.
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